Achtung: Giftköder

Hund-GassigehenUnglaublich, aber leider wahr: Es gibt Menschen, die Giftköder auslegen, um einem Tier zu schaden beziehungsweise dieses damit sogar zu töten. Oft kommt für die Tiere jede Hilfe zu spät.

Giftköder sind Leckereien, die mit Giftstoffen oder scharfkantigen Gegenständen, wie Nägeln oder zertrümmerten Scherben, versehen und für Tiere gut erreichbar ausgelegt sind. Auch Schneckenkorn, das meist bei Schädlingen Anwendung findet, wird als Giftköder genutzt. Aufgrund seines süßlichen Geschmacks wird es von Hunden und Katzen gern gefressen. Leider sind Tierhasser beim Präparieren ihrer Köder sehr einfallsreich: unterschiedliche Giftstoffe und scharfkantige Gegenstände  kommen zum Einsatz und fügen den Tieren  beim Fressen erheblichen Schaden zu, häufig führen sie sogar zum Tod. Je nach Inhalt wirken Giftköder sofort, teilweise aber auch erst ein bis vier Tage später.

Worauf sollten Hundehalter achten?

Die meisten Giftköder werden dort versteckt, wo sich Hundehalter mit ihren Hunden gerne aufhalten: In Parks und Hundefreilaufflächen, hinter Büschen und Hecken sowie im hohen Gras. Vorsicht ist immer geboten, denn viele Gifte wirken bereits dann, wenn sie nur eingeatmet werden oder das Tier lediglich daran leckt. Grundsätzlich gilt für Hundehalter, beim Gassigehen und Spielen auf öffentlichen Plätzen, sehr aufmerksam zu sein und seinen Hund nicht aus den Augen zu lassen. Beobachten Hundehalter, dass der Hund etwas wittert und von seiner normalen Route abschwenkt, an etwas intensiv schnuppert oder bereits an etwas leckt, sollten sie sofort skeptisch sein und reagieren!

Was können Hundehalter dagegen tun?

Leider gibt es gegen Giftköder keinen 100-prozentigen Schutz. Es ist jedoch möglich, den Tieren durch gezieltes Training beizubringen, nichts vom Boden zu aufzunehmen. Bewährt hat sich die Tauschmethode. Hier wird dem Hund beigebracht, dass er für alles, was er findet, ein noch besseres Leckerli erhält. Auch die sogenannte Vorsitzmethode ist besonders effektiv. Hier bleibt der Hund, bevor er etwas Gefundenes aufnimmt, davor sitzen und wartet erst auf das OK seines Halters.

Eine bedeutende Rolle jedoch spielen in jedem Fall die Bindung des Tieres zum Halter und ein Grundgehorsam. Orientiert sich der Hund am Halter und reagiert er auf seine Kommandos, ist eine wichtige Basis  gelegt. Hilfreich ist es auch, den Hund beim Spaziergang ausreichend zu beschäftigen, damit er sich nicht selbst auf die Suche nach interessanten Dingen begibt. Von einer Fütterung des Tieres vor einem Spaziergang ist abzuraten. Übermäßige Bewegung nach einer Mahlzeit zählt zu den bekannten Risikofaktoren, die eine Magendrehung verursachen. Zudem wird auch ein satter Hund ein gefundenes Leckerchen nicht verschmähen.

Auch sollten unbedingt Orte gemieden werden, von denen bekannt ist, dass dort immer wieder Giftköder ausgelegt werden. Hierzu bieten Internetportale und Foren Informationen an. Ist das Meiden dieser Orte nicht möglich, können zur Sicherheit des Hundes eine Schleppleine oder ein Maulkorb angelegt werden.

Woran erkennt man eine Vergiftung beim Hund?

Pauschal kann diese Frage nicht beantwortet werden. Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Wirkungsweise der möglichen Giftstoffe. Man kann allerdings davon ausgehen, dass die meisten Köder schon innerhalb einer Stunde nach Aufnahme, einige sogar sofort, erste Vergiftungsanzeichen verursachen.

Bei Rattengift hingegen können die ersten Symptome unter Umständen erst nach einigen Tagen auftreten: Müdigkeit, allgemeine Schlappheit oder auch eine herabgesetzte Körpertemperatur sollten nicht ignoriert werden. Zwei bis drei Tage nach der Aufnahme von Rattengift treten Blutungen auf Schleimhäuten und/oder aus Körperöffnungen auf. Zudem können Erbrechen und blutiger Durchfall hinzukommen. Der Hund verstirbt meist innerhalb von drei bis fünf Tagen an Organversagen. Die Wirkung von Medikamenten  lässt oft nicht lange auf sich warten. Hat der Hund ein Sedativum geschluckt, beginnt er schon  nach kurzer Zeit zu torkeln oder verliert das Bewusstsein. Nach Aufnahme von Herztabletten können Krampfanfälle folgen.

Zu den bekanntesten Vergiftungserscheinungen gehören unter anderem ein übermäßiges Hecheln sowie eine vermehrte Produktion von weißem Speichel und blasse Schleimhäute. Oft zeigen sich auch veränderte Pupillen sowie eine allgemeine Teilnahmslosigkeit. In jedem Fall ist der sofortige Gang zum Tierarzt vonnöten, besonders dann, wenn Hundebesitzer feststellen, dass sich ihr Tier „komisch“ verhält.

Bei Ködern mit Scherben oder Rasierklingen werden Halter in der Regel sofort Blut im Maul feststellen. In diesem Fall ist eine Not-Operation notwendig, welche das Tier meist jedoch nicht vor den lebenslangen Folgen bewahren kann.

Viele Hundebesitzer gehen einen wichtigen Schritt im Zusammenhang mit der Vergiftung ihres Tieres leider nicht: Sie gehen nicht zur Polizei. Nur mit Erstattung einer Anzeige kann diese gegen die Täter ermitteln und auch andere Tierhalter vor den Fallen warnen. Da auch Kinder Gefahr laufen, Giftköder anzufassen oder sogar zu essen, wird die Polizei in der Regel sehr schnell aktiv.

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