Katze hat Krebs: Mit einer OP ist es noch lange nicht getan [Teil 2]

Katze hat Krebs_Lissy © TASSO shelta / Ola M.

Von Ola M., shelta-Team 

„Tumoren am Gesäuge sind bei älteren Katzen keine Ausnahmeerscheinung“, erklärte die Tierärztin, als sie den Krebs bei Lissy diagnostizierte. „Um das Risiko, dass der Tumor streut, zu vermindern, müssen wir schnell handeln.“ Mit diesen Worten begann eine medizinische Rettungsmaßnahme, die sich schlussendlich als aussichtslos herausstellte.

Nachdem die OP überstanden war und Lissy sich von den Schmerzen erholt hatte, zog die Tierärztin die Nähte, begutachtete den Heilungsprozess und wünschte uns alles Gute. Nur wenige Tage später jedoch standen wir wieder im Behandlungsraum, mit Lissy auf dem Behandlungstisch und besorgtem Gesicht unserer Tierärztin.

Offene Wunden

Was eigentlich längst zusammengewachsen war, platzte plötzlich auf. Eine eigenartige Beule an der Nahtstelle kündigte die offene Bauchdecke einen Tag zuvor an. Mehr könne sie nicht tun, sagte die Tierärztin, nachdem sie die freigelegte Muskulatur mit mehreren Klammern zugetackert und gegen mögliche Infektionen behandelt hatte. Jetzt können wir nur noch warten und hoffen.

Wieder hatte Lissy Schmerzen. Wieder stand sie diese im Sitzen durch. Die Klammern stachen ins Fleisch, jede Bewegung war eine Herausforderung. Die Schmerzmittel halfen, jedoch nicht volle 24 Stunden lang. Und die Wunde wollte und wollte nicht verwachsen.

„Das Gewebe lässt im Alter auch bei Katzen nach. Wundheilungsstörungen können da schon vorkommen“, sprach die Ärztin. „Wir kriegen das schon hin“, sprachen mein Mann und ich uns Mut zu. Wir legten ihr erneut den Lampenschirm um den Hals – nach den letzten Wochen hatte Lissy gelernt, mit dem Kragen zu leben, zu essen und sich sogar auf dem Katzenklo zu platzieren.

Alle bis auf eine

Tatsächlich hat es fast zwei Wochen gedauert, bis die offenen Stellen wieder verwachsen waren. Alle bis auf eine: Direkt neben einer Klammer hat die umliegende Haut der Spannung der Klammer nicht standgehalten und riss erneut auf. „Hier können wir nichts machen. Nur hoffen, dass das Loch nicht größer wird und von selbst heilt“, so die fast schon resignierten Worte der Tierärztin.

Doch glücklicherweise verwuchs sich auch dieses Loch, und Lissy hatte wieder eine komplett verschlossene Bauchdecke. Welch ein Glück! Nach Wochen der Ungewissheit ging es bergauf – doch die Freude hielt nicht lange an. Dazu mehr im dritten Teil: Lissy hat Krebs

Du kennst meine Geschichte noch nicht? Hier kannst Du die anderen Teile lesen:
Teil 1: Katze hat Krebs: OP, Chemo oder einschläfern lassen?
Teil 3: Katze hat Krebs: Wieder

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