Wie Pani – ein Leishmaniose positiver Hund – ein neues Zuhause fand

Leishmaniose positiver Hund

Trotz Leishmaniose kann Pani sein neues Zuhause genießen.

Von Caro H.TASSO-Team 

Mein Lebensgefährte wollte schon immer einen Hund adoptieren. Gassi gehen, kuscheln und mit dem Vierbeiner spielen, war immer ein großer Traum von ihm. Allerdings stand ich einer Adoption stets skeptisch gegenüber, da wir bereits zwei Katzen aus dem Tierschutz bei uns aufgenommen hatten. Johnny,  eher tollpatschig und verschmust sowie Kitty, unsere kleine zickige Prinzessin. Ich war immer der Meinung, diese zwei Strolche würden sich niemals mit einem Hund verstehen. Sie sind sehr eigen und möchten immer im Mittelpunkt stehen.Im Dezember 2016 sprachen wir erneut über eine Hunde Adoption. Auch diesmal hatte mein Lebensgefährte wirklich gute Argumente. Schnell habe ich zugestimmt, denn sind wir mal ehrlich: Hunde bereichern das Leben. Für mich war es nur wichtig, dass sich der zukünftige Hund mit Katzen versteht und aus dem Tierschutz kommt. Da mein Lebensgefährte jemanden im Tierschutz kannte, war schnell klar, welchen Tierschutzverein wir wählen würden. Wir schrieben sie auch gleich an und fragten, ob es möglich sei einen Hund zu adoptieren, der unseren Kriterien entspricht. Daraufhin schickte sie uns Fotos von neun verschiedenen Hunden. Wir haben uns sofort in Pani verliebt. Das kleine schwarze Schlitzohr aus Spanien mit seiner langen Zunge hat auf jedem Foto so gestrahlt, dass wir sofort wussten, dass er zu 100% in unsere Familie passen würde. Also entschieden wir uns für ihn. Nach einem erfolgreichen Test mit mehreren Katzen stand auch nichts mehr im Weg. Wir freuten uns schon riesig und konnten es kaum erwarten, ihn in die Arme zu nehmen.

Leishmaniose Hund – Ja oder Nein?

Doch eines Tages, ich glaube es war kurz vor Weihnachten, bekamen wir einen Anruf. Unsere Bekannte klang sehr ernst und sagte, sie hätte uns etwas mitzuteilen. Wir waren sehr aufgeregt, da wir dachten, es wäre etwas mit unseren kleinen Racker passiert. Sie sagte, Pani wäre positiv auf die Mittelmeerkrankheit „Leishmaniose“ getestet wurden und das der Titer sehr hoch sei. Bis dato kannten wir diese Krankheit nicht, da sie nur in südlichen Ländern vorkommt. Sie informierte uns über diese Krankheit und schilderte uns, was im schlimmsten Fall mit unserem Hund passieren würde. Darüber hinaus sagte sie, dass die Kosten für einen Leishmaniose positiven Hund, aufgrund von regelmäßigen Kontrollen und durch einen möglichen Ausbruch, nicht gerade gering sind. Am Ende des Gespräches fragte sie uns, ob wir Pani trotz Krankheit adoptieren möchten. Sie gab uns einige Tage Bedenkzeit. Doch für uns war schon während des Telefonats klar, dass wir ihn gerne in unsere Familie aufnehmen würden. Er war ja schließlich kein Pullover, den man zurückgibt, wenn er kaputt ist. Es ist ein Lebewesen und jedes Lebewesen verdient ein schönes Zuhause.

Endlich ist er da!

Einen Monat später – Pani musste etwas länger in Spanien bleiben, da der Titer erst gesenkt werden musste, damit er ausreisen kann – war der Tag endlich gekommen. Ich kann mich noch genau an diesen Tag erinnern. Es war der 28. Januar 2017 und es war bitterkalt. Um sechs Uhr früh standen wir in der Einfahrt eines Privathauses und warteten auf ihn. Wir waren so aufgeregt. Es war unbeschreiblich.

Pani hatte anfangs große Angst. Ich versuchte ihn zu beruhigen, aber so wirklich funktionierte es nicht. Verständlich. Wir haben ihn in eine klappbare Transportbox gesetzt, die wir kurz vorher gekauft hatten. Allerdings hielt sie nur zwei Minuten, weil Pani sie sofort zerstört hatte. Na gut, also Transportboxen sind nichts für ihn. Da hatten wir schon etwas über unseren kleinen Freund gelernt. Ich kann mich auch noch genau an die abschließende Worte der Tierheim-Mitarbeiterin erinnern: „Hätten Sie Pani nicht genommen, wäre er wegen seinem hohen Titer eventuell nie adoptiert wurden.“ Wir waren etwas schockiert, wussten aber, dass Pani ab jetzt ein schönes Zuhause hat. Keine Tierheime, keine Tötungsstationen, sondern nur noch einen gemütlichen Platz im Bett bei den Katzen.

Ein Zuhause für die Ewigkeit trotz Leishmaniose

Leishmaniose hin oder her – wir werden Pani nie wieder hergeben. Es war die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Meine anfänglichen Befürchtungen haben sich schnell in Luft aufgelöst, denn er versteht sich super mit unseren Katzen. Zudem liebt er Streicheleinheiten, Spaziergänge und das Graben im Garten. Egal was wir machen, er freut sich über alles. Er ist einfach so dankbar und das zeigt er auch jeden Tag aufs Neue. Ich merke richtig, wie er sein neues Zuhause genießt. Selbst seine ausgefransten Ohren und Verhornungen sind abgeheilt. Sogar der Titer ist durch die Medikation und durch den stressfreien Alltag enorm gesunken. Das Leben mit einem kranken Hund kann genauso schön sein wie mit einem gesunden.

2 Gedanken zu “Wie Pani – ein Leishmaniose positiver Hund – ein neues Zuhause fand

  1. Hallo,ich habe auch einen Leishmaniose Hund aus Italien,seit schön 7 Jahren.Er hatte einen akuten Ausbruch,die Tierärztin hatte keine Ahnung,teuer wurde es nur in der Tierkllinik,die Diagnose kostete 1700 Euro,Medikamente musste ich aus Italien bestellen.Ihm geht es jetzt gut,weil ich das Immunsystem stabil halte.LG und noch viel Glück,mit diesem dankbaren Geschöpf

  2. Wir haben auch vor einem Jahr einen positiv getesteten Galgo aus ESP adoptiert, da der Verein uns – wie hier auch beschrieben – umfassend informiert hatte und wir uns der Aufgabe daher gewachsen sahen. Jeder Hund kann krank werden, auch schwer, und da es eh keine Garantie gibt, ist es uns lieber, wir wissen was auf uns zukommen kann. Pacino ist mein Herzenshund und ich bin über jeden Tag glücklich mit ihm. Inzwischen haben wir noch einen zweiten Galgo dazu geholt, der bisher negativ ist aber sicher kann man ja eh nicht sein. Übrigens auch niemand, der mit Hund im Süden Urlaub macht. Da ist noch viel Aufklärung nötig.

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