Reisen mit Hund: Tipps und Checkliste [Infografik]

Mischlingshund in den Bergen. © Christine-Eisenach

Reisen mit Hund: In den Bergen fühlt sich der Vierbeiner wohl. © Christine Eisenach

Kommt der Hund mit in den Urlaub? Oder kann er woanders untergebracht werden? Als Hundehalter muss man sich vor jeder Reise diese Fragen stellen. Wenn der Urlaub mit Hund möglich ist, solltet Ihr vor der Reise und bei der Planung einiges beachten.

Warum sollte man mit dem Hund reisen?

Mit einem Hund hat man als Halter viele abenteuerliche Erlebnisse. Man merkt es den Vierbeinern richtig an, dass sie Spaß haben und zufrieden sind – denn schließlich sind sie den ganzen Tag mit ihrem Menschen zusammen und erleben viel Neues. Die gemeinsame Urlaubszeit stärkt auch die Bindung zwischen Hund und Mensch, und der ganzen Familie. Aber, nicht jedes Tier ist für eine Reise oder einen ausgiebigen Familienurlaub geeignet. Dann lieber den Urlaub ohne Haustier verbringen und den Hund gut versorgt und mit gutem Gewissen bei Freunden, Familie oder in einer Tierpension Eures Vertrauens unterbringen.

Wohin mit dem Hund? Die Tierische Urlaubsplanung.
Wie soll der Urlaub aussehen? Wo soll es hingehen? Lieber Strand oder Natur, oder geht auch beides? Gibt es genügend Möglichkeiten, sich mit dem Hund zu beschäftigen? Ist die Unterkunft hundetauglich? Diese Fragen solltet Ihr Euch stellen und vorab klären. Es gibt Hunde, die das Wasser und den Strand bevorzugen und welche, die es eher in den Wald zieht. Ihr kennt Euren Hund am besten und wisst bestimmt, wie ein perfekter Urlaubstag mit Eurem Vierbeiner aussieht.

Die ideale Reisezeit mit Hund
An sich ist jede Zeit, die passende Reisezeit mit Hund. Allerdings sollte man nicht unbedingt mit einem langhaarigen Tier mit viel Unterwolle, dem schnell zu heiß ist, im Hochsommer in Regionen reisen, in denen 40°C im Schatten herrschen, denn dann hat niemand was davon. Für Hund und Halter ist die Nebensaison wahrscheinlich besser geeignet, wenn Städte, Wanderwege und Strände nicht überfüllt sind. Wenn Ihr mit Hund im Sommer unterwegs seid, hat TASSO einige Urlaub, Reisen und Tierschutz-Tipps zusammengestellt.

Reisen mit Hund – der EU-Heimtierausweis und die Einreisebestimmungen.

Wenn es im Urlaub ins Ausland gehen soll, solltet Ihr Euch vorab über die (Wieder-)Einreisebestimmungen Eures Urlaubslandes informieren. Innerhalb der Europäischen Union ist bei Reisen der EU-Heimtierausweis für Hund, Katzen und Frettchen mit aktuellen Impfdaten erforderlich. Andere Länder können auch andere und zusätzliche Bestimmungen haben, wie z.B. Maulkorbpflicht.
Kein EU-Heimtierausweis – keine Reise! Diesen stellt Euch der Tierarzt aus. Im Heimtierausweis sind die wichtigsten Informationen zum Halter eingetragen, wie: Name, Adresse, Art und Geschlecht des Tieres, Geburtsdatum sowie Fellkleid und Daten zu Impfungen.

Wichtig ist dabei unbedingt eine gültige Tollwutimpfung, die vor der Abreise mindestens 21 Tage alt sein muss. Seit 2011 besteht zudem eine Chippflicht für Tiere. Die Kennzeichnung mit einem Transponder ist notwendig, da eine Tätowierung bei einer möglichen Kontrolle nicht mehr akzeptiert wird. Auch diese Daten – Chipnummer etc. – werden im Heimtierausweis eingetragen.
Einige Länder fordern vor der Einreise auch eine Behandlung gegen Bandwürmer, daher solltet Ihr Euch unbedingt über alle Vorlagen und länderspezifischen Bestimmungen informieren. Weitere Informationen zum Heimtierausweis und Regelungen für Reisen mit Tier innerhalb der EU.

Reisen mit Hund: per Flugzeug.

Das Flugzeug ist wahrscheinlich nicht das idealste Transportmittel für Hunde und andere Tiere. Doch leider lässt es sich manchmal nicht vermeiden. Bevor Ihr mit Eurer Fellnase in die Lüfte steigt, müsst Ihr unbedingt Kontakt mit der (hundefreundlichen) Fluggesellschaft aufnehmen. Kümmert Euch um den Flug und die Reisedokumente so früh wie möglich, denn einige Fluggesellschaften haben nur begrenzte „Plätze“ für Tiere, die sie beim Flug mitnehmen können. Ob Euer Hund in der Kabine mitfliegen darf oder in den Fracht/Gepäckraum muss, hängt davon ab, wie groß und schwer er ist, den Einreisebestimmungen am Zielort sowie den Beförderungsrichtlinien der einzelnen Fluggesellschaften. Auch für die Transportboxen gibt es genaue Bestimmungen.

Weitere Tipps für den Flug mit Eurem Hund:

  • Achtet auf eine stabile und ausbruchssichere Transportbox.
  • Das Tier vorher nicht füttern, wegen möglicher Übelkeit.
  • Powert Euren Vierbeiner vor dem Flug nochmal so richtig aus.
  • Vermeidet für den Hund Stresssituationen. Spielt, streichelt und beruhigt Eure Fellnase.
  • Lasst Euren Hund am Flughafen selbst so lange wie möglich außerhalb der Transportbox.
  • Extreme Temperaturen beim Flug vermeiden.
  • Falls es Verspätungen geben sollte, macht das Personal darauf aufmerksam, dass Tiere im Frachtraum sind.

Wichtiges zur Transportbox
Wenn das Tier in der Box transportiert wird, gewöhnt es am besten schon einige Wochen vor der Reise an die Box. Trainiert, dass Euer Vierbeiner gerne und freiwillig in die Box geht und sich darin wohlfühlt. Wenn Ihr mit dem Flugzeug unterwegs seid, beschriftet die Box mit Euren Daten, wie Name, Tier und Datum – damit diese zügig zugeordnet werden kann. Außerdem könnt Ihr während der Reise für Euren Vierbeiner ein T-Shirt von Euch oder sein Lieblingsspielzeug reinlegen, damit er etwas Persönliches von seinem Menschen hat und es für ihn entspannter wird.

Reisen mit Hund: per Auto oder Bahn

Mit dem Auto in den Hundeurlaub zu fahren, ist wohl die angenehmste Variante. Ihr seid flexibel und könnt jederzeit eine Pause machen. Achtet einfach darauf, wie sich Euer Hund verhält. Ihr könnt es am besten einschätzen, ob er die Pause nach zwei oder bereits nach einer Stunde braucht. Dann sollte sich der Vierbeiner mal richtig die Pfoten vertreten, etwas Essen und spielen. Zu warme Temperaturen können Euren Liebling strapazieren, daher am besten in den kühlen Morgen- oder Abendstunden fahren.

Safety first: Auch Euer Vierbeiner muss im Auto gesichert werden. Für welche Möglichkeit Ihr Euch entscheidet, hängt natürlich von der Größe des Hundes und der Größe Eures Autos ab: Ob Sicherheitsgurt, Transportbox, Hundeautositz oder Schutzgitter – wichtig zu beachten, dass es TÜV-geprüft ist und groß genug für das Tier. Weitere Tipps für längere Autofahrten mit dem Hund.

Oder doch lieber mit der Bahn? Hierbei seid Ihr nicht ganz so flexibel wie mit dem Auto und müsst auf die Fahr- und Umsteigezeit achten, damit Ihr einen Spaziergang mit Eurem tierischen Mitreisenden einplanen könnt. Wenn Ihr im Ausland mit dem Zug unterwegs seid, dann informiert Euch bitte dort über die Reise-Regelungen mit Hund. Ansonsten gelten u.a. diese Bestimmungen für die Deutsche Bahn:

  • Kleinere Tiere, die in einen Transportbehälter (Box oder Tasche) passen, können kostenlos als Handgepäck mitgenommen werden.
  • Größere Tiere bzw. Hunde, die nicht in einen Transportbehälter passen, zahlen den halben Fahrpreis. Diese sind ebenfalls an der Leine und mit Maulkorb zu führen.
  • Blinden- und Begleithunde für behinderte Menschen, fahren kostenfrei mit und sind von der Maulkorbpflicht ausgenommen.

Noch mehr Informationen zu Reisen mit der Bahn.

Wichtiges zum Maulkorb
Ein Maulkorb ist nicht mal eben aufgesetzt – Ihr müsst Euren Vierbeiner langsam, schonend, stressfrei und vor allem spielerisch an dieses Equipment heranführen. Plant bei der Eingewöhnung mindestens acht Wochen ein.

Reisen mit Hund: Der Gesundheitscheck steht an.

Bevor die Urlaubstasche für Hund und Halter gepackt wird, steht ein Besuch beim Tierarzt an. Dort sollte Euer Hund nochmals gründlich untersucht, alle Impfungen und Einträge im Heimtierausweis aktualisiert werden. Besprecht mit Eurem Tierarzt die Fahrt oder Flug und wo es hin geht, er wird Euch sicherlich noch nützliche Tipps mit auf den Weg geben. Benötigt Euer Hund Medikamente? Dann stellt sicher, dass Ihr diese noch ausreichend auf Vorrat habt. Dort könnt Ihr auch abklären, was Ihr in die Reiseapotheke packen solltet.

Reiseapotheke für den Hund:

  • Medikamente, die der Hund einnehmen muss.
  • Mittel gegen Reisekrankheit und schwachen Kreislauf.
  • Mittel gegen Durchfall.
  • Erste-Hilfe-Set, dazu zählen auch Wundspray und Zeckenzange.

Denkt daran, Euch die Kontaktdaten Eures Tierarztes zu notieren und ebenfalls eines Tierarztes oder einer Tierklinik in der Nähe Eures Urlaubortes, damit Ihr im Notfall schnell reagieren könnt. Ebenso solltet Ihr Euch den Kontakt von regional ansässigen Tierschutzorganisationen raussuchen, falls der Vierbeiner mal entläuft . Überprüft auch, dass Euer Hund bei TASSO registriert ist, Eure Daten aktuell sind und die Mobilnummer hinterlegt ist. Auch die TASSO-Plakette sollte immer an Halsband befestigt sein.

Reisetasche für den Hund
Ein eigenes Reisegepäck braucht der Vierbeiner auch. Die wichtigsten Dinge sind neben der Transportbox u.a.:

  • EU-Heimtierausweis
  • Leine, Maulkorb (wenn nötig oder im Urlaubsland vorgeschrieben)
  • Körbchen und/oder Decke
  • Frisches Trinkwasser in der Flasche und ein Wassernapf
  • Kotbeutel
  • Futter, Leckerli
  • Bürste, Handtuch ggf. Hundeshampoo
  • Spielzeug

Alle Tipps gibt’s auch als Checkliste:

Reisen mit Hund: Tipps für Tierhalter / Infografik

2 Gedanken zu “Reisen mit Hund: Tipps und Checkliste [Infografik]

  1. Hallo zusammen,
    vielen lieben Dank für den spannenden und informativen Artikel. Ich mache mir auch immer eine Checkliste mit Dingen, die ich nicht vergessen darf, wenn es in den Urlaub geht. Besonders wichtig finde ich, dass man auch ein paar Arzneimittel für den Hund dabei hat. Unser Hund erbricht häufig nach einer langen Autofahrt. Unsere Tierarzt hat mir ein Arzneimittel verschrieben, dass ich vor dem Urlaub immer online bestelle.

    • Hallo Viktoria,
      es freut uns, dass Dir der Artikel gefällt. Eine Reise-Checkliste hilft ungemein bei der Reiseplanung. Denn oft fallen einem Dinge erst dann ein, wenn man diese mal zum Schluss durchgeht.
      Dann hast Du wohl einen sensiblen Hund. Vielleicht helfen auch mehr Pausen, damit Deine Fellnase die Autofahrt besser verträgt. Wir wünschen Euch einen schönen Urlaub, falls es dieses Jahr noch einen gibt ;-).

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