Schnauzensicht: Hunde und Menschenbegegnungen

Hund Dotty beim Gassigehen

Beim Gassigehen tobt sich Mischling Dotty richtig aus – hält aber Distanz zu fremden Menschen. © TASSO e.V.

Von Dotty, shelta-Team (13)

Hola Leute,

ich muss heute mal klare Worte sprechen. Die meisten von Euch werden sich gar nicht angesprochen fühlen, und Ihr seid dann auch nicht gemeint, aber Ihr dürft meine Botschaft gerne an andere Menschen weitergeben, die die Sache vielleicht noch nicht aus diesem Blickwinkel betrachtet haben: Es geht um Hunde und Menschenbegegnungen.

Hunde und Menschenbegegnungen = Distanz halten

„Na, wer bist du denn? Komm doch mal her! Du bist ja ne Süße.“, gefolgt von einem unverständigen, hilfesuchenden Blick zu Frauchen, weil ich mich nicht bewege. An alle, die mir schon mal begegnet sind und etwas Ähnliches gesagt haben: Es tut mir leid, wenn ich jetzt unhöflich klinge, aber WARUM DENN? Warum soll ich zu Dir kommen? Ich kenne Dich doch gar nicht. Du kommst hier auf dem Feldweg frontal auf mich zu, fixierst mich mit Deinen Blicken, beugst Dich in bedrohlicher Haltung über mich und streckst die Hand nach mir aus. Bitte, bitte, mach das nicht. Ich möchte einfach nicht von Dir angefasst werden. Das verstehst Du doch bestimmt? Du möchtest ja auch nicht, dass jeder Hund, dem Du gefällst, auf Dich zu stürmt und Dir über das Gesicht schleckt oder? Ich glaube Dir ja, dass Du nett bist. Aber ich gehe hier doch gerade spazieren. Tausend Dinge sind interessanter als Du. Und am sympathischsten bist Du mir, wenn Du mich im Stillen bewunderst. Oder Frauchen davon erzählst. Die unterhält sich gerne mit Dir über mich und über Deine Hundeerfahrungen. Dann kann ich in aller Ruhe schnuppern, wer uns da gerade begegnet ist.

Nicht anfassen, bitte!

Ich gebe ja zu, ich bin nicht der größte Menschenfan. Das liegt an meiner Vergangenheit, in der ich nicht immer nur netten Zweibeinern begegnet bin. Aber ich bin auch nicht übermäßig ängstlich. Für mich ist es einfach nicht so schön, wenn mich Fremde anfassen. Aber das macht mich nicht zu einem schlechteren Hund oder gar zu einem, der bedauert werden muss. Wenn Du irgendwann nach zahlreichen erfolglosen Annährungsversuchen kapitulierst und tröstend zu Frauchen (die Dir von Anfang an erklärt hat, dass ich nicht zu Dir kommen werde) sagst: ‚Das wird schon noch‘, dann möchte ich gerne antworten: Nein. Nein, das wird nicht und das ist auch überhaupt nicht schlimm. Das muss nämlich gar nicht werden. Wir Hunde sind gut so, wie wir sind. Die einen lieben es, von Menschen durchgekrault zu werden, egal ob Fremde oder Bekannte. Und wenn die Zweibeiner das dann auch möchten (natürlich sollte hier andersrum auch Rücksicht auf die Wünsche der Menschen genommen werden), ist das doch toll. Solche Hunde sind super. Genauso super sind aber auch die Hunde, die das lieber nicht möchten. Manche meiner Artgenossen haben sogar große Angst vor solchen Begegnungen. Wir sind eben auch wie Ihr Menschen: Ganz individuell. Ich danke jedem, der das respektiert. Und freue mich darauf, Euch demnächst mit ein wenig Abstand auf dem Feldweg zu begegnen.

Eure Distanz-Liebhaberin Dotty

Mein Frauchen sagt!
Hier noch eine Anmerkung von Frauchen, auf die sie bestanden hat: Danke auch an alle Menschen, die es uns nicht übel nehmen, wenn wir ihnen bereits auf einige Meter Entfernung sagen, dass unser Hund nicht angefasst werden möchte und es gar nicht zu vorher beschriebener Situation kommen lassen. Danke an alle, die unsere Erklärung respektieren und verstehen, dass wir unserem Hund unangenehme Erfahrungen ersparen möchten.

Mehr über Dotty und ihr Frauchen!

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