Schnauzensicht: Dotty im Bahnverkehr

 

Von Dotty, shelta-Team 

Hola Leute!

Wie kommen Eure Menschen zur Arbeit? Mit dem Auto, der Bahn oder zu Fuß? Wir müssen immer mit dem Auto fahren, weil die kleineren Orte im Taunus nicht so gut angebunden sind. Ich finde das super, weil ich gerne Auto fahre. Mein Frauchen Lisa würde lieber zu Fuß gehen und meint, das sei besser für die Umwelt, aber das wäre viel zu weit. Kürzlich habe ich gelernt, dass ganz viele Menschen auch mit dem Bus oder der Bahn zur Arbeit fahren. In diesen Bahnberufsverkehr bin ich neulich hineingeraten. Lisa hatte einen Termin in Frankfurt und zog es vor, die Bahn zu nehmen. Ich durfte sie begleiten. Wow, aufregend! Hund und Bahnfahrt! Damit hatte ich bislang nur eine kurze Erfahrung gemacht.

Die Ankunft der Bahn hier in Sulzbach-Nord fand ich doof, das ist schon sehr bedrohlich, wenn da so ein lautes, quietschendes rotes Ungetüm auf einen zukommt, aber trotzdem bin ich ganz furchtlos eingestiegen und hab mir sofort einen guten Platz gesucht, wo ich die Aussicht genießen konnte. Zumindest solange das möglich war. Irgendwann ging‘s dann nämlich in den Tunnel und da wurde es dunkel. Und dann passierte ganz lange nichts. Die Bahn fuhr noch nicht einmal mehr. Wir standen einfach rum. Im Tunnel. Hin und wieder kam eine merkwürdige Stimme aus dem Nichts, die bei Lisa ein genervtes Stöhnen hervorrief, aber das war’s. „Das ist ja eine komische Art zu reisen, so kommen wir doch nie an“, dachte ich mir. Und Recht hatte ich. Erst eine halbe Stunde später fuhren wir wieder. Rückwärts! Und schwupps waren wir an einer Haltestelle, an der wir vorher schon mal gehalten hatten. Da sind dann alle aus der Bahn ausgestiegen und wir sind zu Fuß durch die halbe Stadt gerannt, damit wir noch pünktlich zum Termin kommen. Stellt euch das mal vor. Da ist man einmal in der großen Stadt, wo es überall etwas zum Schnuffeln gibt und haufenweise Brötchenreste rumliegen und ich muss mich darauf konzentrieren Lisa hinterherzulaufen, statt meine Nase in all den tollen Gerüchen zu versenken. Sowas aber auch. Zu spät gekommen sind wir trotzdem.

Auf dem Rückweg später wars dann entspannter, da durfte ich dann auch mal schnuffeln. Das Brötchen hat sie mir aber mal wieder nicht gegönnt. An der Bahnhaltestelle angekommen, die auch wieder unter der Erde war, standen wir dann ganz lange mit vielen anderen Leuten rum. Das war dann wohl der Berufsverkehr, dachte ich mir. Denn es waren viel mehr Menschen unterwegs als vorher und alle waren abgehetzt, hatten Taschen dabei und starrten genervt auf ihre Uhren und Handys. Immer wieder kam diese merkwürdige Frauenstimme aus dem Nichts und anschließend stöhnten die Menschen genau wie Lisa auf der Hinfahrt. Und jetzt erfuhr ich auch was los war: Vorhin auf ist direkt vor unserer Bahn im Tunnel ein Zug liegengeblieben und damit war dann die Strecke blockiert und alle anderen konnten nicht mehr fahren. Oh je…

Irgendwann brausten dann wieder ein paar Bahnen durch die Station, aber wir sind ganz lange nicht eingestiegen. Das fand ich dann gar nicht mehr witzig, von beiden Seiten diese lauten Zügen und das im dunklen Tunnel. Ich musste mich dann in Lisas Arme flüchten. Ich bin zwar ein absoluter Schoßhund, aber hochgenommen werde ich nicht gerne. Nur wenn ich Angst habe, dann ist das ok. Endlich sind wir dann auch mal eingestiegen und zum Glück haben wir einen Sitzplatz gefunden, denn zwischen den vielen Beinen und den gestressten Menschen mit Gepäck bin ich doch etwas verloren mit meinen 38 Zentimetern Schulterhöhe und nicht mal 8 Kilo Gewicht. Auf Lisas Beinen allerdings war ich der Star! Da habe ich vielen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert und für allgemeine Erheiterung gesorgt. Wie das immer so ist, wo ich unterwegs bin, reagieren die meisten Menschen ganz verzückt auf mich, finden mich süß und fragen, wie groß ich noch werde. Wenn sie dann erfahren, dass ich schon ausgewachsen bin, reagieren sie immer ganz erstaunt. Nun ja, ich konnte dann auf dem Heimweg im vollgestopften Zug erstmal ausgiebig schlafen und die aufregenden Eindrücke verarbeiten, alle Viere von mir gestreckt, während Lisa mit ganz vielen Leuten über mich geredet hat. So mag ich das.

Ihr hört wieder von mir, wenn ich das nächste Mal aus meiner Schnauzensicht erzähle.

Eure Großstadt-Dotty

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