Tiere mit Handicap: Dreibeinige Hunde und Katzen

Hunde mit Handicap laufen auf der Wiese_(c) Jutta Förther

Auch Hunde mit drei Beinen können ein aktives Leben führen. © Jutta Förther

Rennen, Toben, Springen und Spielen gehören zum tierischen Alltag dazu. Ob der Hund mal auf der Wiese flitzt oder die Katze mit Tempo ihren Kratzbaum hochklettert. Mit ihren starken Pfoten und Beinen ist das für unsere Lieblinge gar kein Problem.

Doch was ist, wenn dem Hund oder der Katze ein Bein fehlt? Auch dann ist das in der Regel kein Problem. Dreibeinige Tiere können ein genauso aktives und glückliches Leben führen, wie ihre vierbeinigen Artgenossen.

Es bedarf in der ersten Zeit vielleicht etwas Training und Umgewöhnung, aber von einer fehlenden Pfote lassen sich unsere felligen Freunde nicht aufhalten. Sie nehmen ihre neue Situation einfach an und genießen ihr Leben.

Hund und Katze fehlt ein Bein: Was ist jetzt anders?

Die größte Veränderung für den Körper ist wohl jetzt auch die Verlagerung des Körpergewichts. Ob jetzt ein Vorder- oder Hinterbein fehlt, das andere Bein muss die zusätzliche Last nun auf sich nehmen.

  • Es fehlt ein Vorderbein: Da die Vorderpfoten das meiste Gewicht des Körpers tragen, muss nun das eine Vorderbein die zusätzliche Belastung aushalten und Extraarbeit leisten. Das könnte dazu führen, dass Euer Hund oder Eure Katz beim Toben, Rennen oder Gassigehen schneller ermüdet. Zudem kann die zusätzliche Belastung des Beines zu Folgeerkrankungen wie Arthrose oder Gelenkbeschwerden führen.
  • Es fehlt ein Hinterbein: Die Hinterbeine geben dem Tier den Schub beim Laufen und die Sprungkraft. Fehlt hinten das Bein, dann kompensieren die Tiere die Stabilität meist, indem sie das gesunde Bein mittig positionieren. Dies hat zur Folge, dass die Gelenke schneller abgenutzt werden und es kann auch zu Fehlstellungen führen.

Dreibeinige Haustier - schwarz-weiße Katze

Wie kann ich meinem Dreibeiner den Alltag erleichtern?

Nicht zu viel auf den Rippen: Übergewicht sollte natürlich auch bei Haustieren ohne Handicap vermieden werden. Damit Eure Dreibeiner nicht noch eine zusätzliche Belastung auf den Pfoten haben, solltet Ihr dann aber auf jeden Fall auf das Gewicht achten. Lasst Euch dazu am besten von Eurem Tierarzt beraten.

Treppen: Wenn Euer Liebling keine Angst vor Treppen hat, sollte es auch mit drei Beinen kein Problem sein. Man sollte nur bedenken, dass vor allem das Treppenabsteigen eine kleine Herausforderung sein kann, vor allem wenn auch der Untergrund noch ziemlich glatt ist. Mehr Sicherheit und Stabilität könnten hier zum Beispiel Stufenmatten geben. Auch auf sonstigen glatten Oberflächen, könnte ein rutschfester Untergrund Abhilfe verschaffen.

Hundegeschirr: Es könnte sein, dass das alte Geschirr nicht mehr richtig passt. Da empfiehlt sich beispielsweise ein speziell gepolstertes Dreibeingeschirr mit einem Haltergriff, falls man dem Hund helfen muss.

Freigang: Kann auch eine dreibeinige Katze Freigang haben? Wenn es eine verkehrsarme und ruhige Umgebung ist, ist es möglich, dass auch Freigänger weiterhin draußen ihre Runden drehen. Ein gesicherter Balkon oder Garten wäre hier wohl ein guter Kompromiss.

Training und unterstützende Hilfe: Denkt natürlich auch an die regelmäßigen Checks beim Tierarzt, um eventuelle Folgeerkrankungen rechtzeitig zu erkennen, beziehungsweise diesen vorzubeugen. Mit dem Tierarzt könnt Ihr auch mögliche Therapie-Maßnahmen oder unterstützende Hilfe abklären. Ist vielleicht eine Physiotherapie sinnvoll, um die Beweglichkeit und Gelenkfunktion zu unterstützen? Ein spezielles Training, um die Muskeln zu stärken? Ist vielleicht auch eine Gehhilfe, wie eine Prothese sinnvoll?

Habt Ihr auch ein Dreibeinchen? Benötigt Euer Liebling zusätzliche oder spezielle Hilfe? Wir wünschen Euch und Euren Dreibeinern eine tolle und möglichst aktive gemeinsame Zeit.

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