Tiere mit Handicap: Wenn Hund und Katze blind sind

Blinder Hund_(c) pixabay.com

Auch blinde Hunde können ein „normales“ Leben führen. © pixabay.com

Haustiere mit Handicap können ein genauso erfülltes und fast normales Leben führen, wie Vierbeiner ohne Behinderung oder Erkrankung. Blinde Hunde und Katzen haben zum Beispiel ebenso viel Spaß am Leben und lassen sich in der Regel von ihrem Handicap auch nicht aufhalten. Blinde Haustiere benötigen meist keine spezielle Pflege, nur etwas mehr Orientierungshilfe für den Alltag.

Wir haben für Euch mal ein paar praktische Tipps gesammelt, die Eurem blinden Liebling den Alltag erleichtern können.

Gegenseitiges Vertrauen

Ob Hund oder Katze, bei blinden Tieren sind der Geruchs- sowie Gehörsinn noch stärker ausgeprägt. Auf diese verlassen sich die Tiere, vor allem dann, wenn sie nichts sehen können. Traut ihnen ruhig etwas zu, sie kommen oft sehr gut klar. Dennoch ist auch das Vertrauen zu ihrem Menschen sehr wichtig, denn Eure Tiere sollten wissen, dass ihnen nichts passiert, wenn Ihr bei ihnen seid. Und denkt dran: Je selbstbewusster Ihr mit diesem Handicap umgeht, umso selbstbewusster meistert auch Euer Notfellchen den Alltag.

Blinde Hunde – Tipps für mehr Orientierung

  • Schlaf- und Futterplatz festlegen und diese am besten nicht verändern, damit sich Euer Vierbeiner nicht ständig umorientieren muss.
  • Für noch mehr Orientierung könnt Ihr die Futternäpfe beispielsweise auf eine Gummimatte stellen. Dann spürt der Hund auch den anderen Untergrund und weiß, dass er direkt vor den Näpfen steht.
  • Gefährliche und unnötige Hindernisse sollten weggeräumt werden, damit sich der Vierbeiner nicht daran stößt oder gar verletzt.
  • Mit einem Glöckchen an Eurem Handgelenk oder Fuß, kann Euch der Vierbeiner auch mit seinen Ohren orten.
  • Es zeigt sich auch, dass sich blinde Tiere sehr gut an ihren Artgenossen orientieren können und sie ihnen eine zusätzliche Sicherheit und Orientierung im Alltag geben.
  • Ob für drinnen oder draußen: Wichtig ist, dass Euer Hund für unterschiedliche Situationen auch verschiedene Kommandos kennt und sich schnell abrufen lässt. Trainiert einige Notfallkommandos, damit Ihr Euren Vierbeiner vor Gefahren oder Hindernissen warnen könnt.
  • Auch mit Geräuschen lassen sich blinde Tiere lenken. Beispielsweise mit einem Klopfgeräusch auf den Oberschenkel, das dem Tier eine bestimmt Richtung signalisiert.
  • Nicht jedem Vierbeiner ist seine Blindheit anzusehen. Mit einem Anhänger oder einem Halstuch mit Blindensymbol könnt Ihr die Einschränkung Eures Hundes für andere sichtbar machen.
  • Für ein interessantes Schnüffelspiel lässt sich Euer Vierbeiner beim Gassigehen und zu Hause bestimmt begeistern. Das macht nicht nur Spaß, sondern trainiert auch zusätzlich seine Nase.
Blinde Katze_(c) Susanne Schott

Ein Katzenkumpel kann blinden Katzen Sicherheit und Orientierung bieten. © Susanne Schott

Blinde Katzen – alles bleibt an seinem Platz

  • Auch bei der Samtpfote sollten Schlaf- und Futterplatz sowie die Toiletten an einem festen Ort im Haus bleiben. Denn Veränderungen mögen blinde Katzen überhaupt nicht.
  • Die Miezen bewegen sich gerne durch die Zimmer. Da bieten sich die Möbeln natürlich als Kletterparcours und Orientierung an. Daher solltet Ihr Eure Möbel am besten ebenfalls am gewohnten Platz lassen.
  • Zu hohe Klettermöglichkeiten sollten sicherheitshalber vermieden werden.
  • Falls die Katze mal nicht weiterkommt, sollte sie nicht einfach von einem Platz auf den anderen gesetzt werden. Auch wenn das eigentlich gut gemeint ist, weiß der Stubentiger dann nicht, wo er sich gerade befindet und kann sich nicht orientieren. Besser ist, dem Tier den Weg zu zeigen, indem man es hinführt.
  • Bietet Eurer Samtpfote doch in jedem Zimmer Schlaf- und Rückzugsplätze an.
  • Vorsicht, erschreckt die Katze nicht: Sprecht mit dem Tier, wenn Ihr in den Raum kommt. Und lasst sie zuerst beispielsweise an Eurer Hand riechen, bevor Ihr sie anfasst. Da sie sonst aus Reflex mal kratzen könnte.
  • Natürlich steht auch bei blinden Katzen Spielen auf dem Plan: Am besten nutzt ihr dafür etwas mit einem interessanten Geräusch oder Geruch.
  • Blinde Katzen sollten keinen ungesicherten Freigang haben, da draußen zu viele Gefahren lauern, auf die die Tiere nicht reagieren können. War Eure Katze vor dem Erblinden ein Freigänger? Dann ist ein gesicherter Balkon oder Garten doch ein guter Kompromiss.
  • Bei der Orientierung im Alltag kann auch eine zweite Katze helfen. Zudem fühlen sich die Tiere in Gesellschaft meist viel wohler und selbstsicherer.

Ihr kennt Euer Tier am besten und wisst, wann es sich wohlfühlt und welche Unterstützung es von Euch im Alltag braucht.

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