Stress und Streit aus dem Weg gehen: Sei ein vorbildlicher Hundehalter

Vorbildlicher Hundehalter - Schatten Hund und Person beim Gassigehen

Von Lisa F., shelta-Team (15)

Sei ein vorbildlicher Hundehalter

Im Gespräch mit Hundehaltern wird häufig von unangenehmen Situationen und Begegnungen beim Spaziergang berichtet. Es scheint, dass man den Belehrungen von missgelaunten Menschen, unfreundlichen anderen Hundehaltern, Radfahrern, Joggern, Eltern und Spaziergängern gar nicht aus dem Weg gehen kann. Zoff und Streit auf der Gassirunde gehören für einige offenbar zum Alltag, weil nicht genug Platz für alle zu sein scheint. Zu 100 Prozent kann man doofe Situationen nicht immer vermeiden. Man kann es eben nicht allen recht machen. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich relativ gut beeinflussen kann, wie Situationen mit Konfliktpotenzial sich entwickeln. Und zwar mit meinem eigenen Verhalten. Deswegen teile ich heute die folgenden Überlegungen mit Euch und bitte Euch, die simple Botschaft „Sei immer ein vorbildlicher Hundehalter“ mit in die Welt zu tragen.

Ich habe den Eindruck, wer dieses Credo beherzigt, sollte mit seinem Vierbeiner weitgehend entspannt durchs Leben gehen können. Einige immer missgelaunte Besserwisser vielleicht mal außen vor gelassen. In so einem Fall hilft dann nur noch: Lächeln und weitergehen. Zuckt in Gedanken mit den Schultern, erfreut Euch an Eurem tierischen Liebling und daran, dass Ihr Euch Bestes gegeben habt.

Immer, immer, immer: Hundekot aufnehmen

Das Allerselbstverständlichste zuerst: Natürlich hebt der vorbildliche Hundehalter den Kot seines Hundes immer und überall auf. Ob Dein Hund auf die Straße oder mitten aufs Feld macht ist dabei egal. Nimm es auf und bringe den Beutel bis zum nächsten Mülleimer. Auch wenn niemand in der Nähe ist. Dein Hund hat den Dreck verursacht und damit bist Du für die Entsorgung verantwortlich. Immer.

Der Hund gehört zum Halter

Mein nächster Punkt sind Begegnungen mit Nicht-Hundehaltern. Hole Deinen Hund am besten immer zu Dir, wenn er freiläuft und beispielsweise auf einem Feldweg anderen Menschen entgegen läuft. Ist Dein Hund in Deiner Nähe oder hat der Spaziergänger gesehen, dass er auf dich, weiß er, dass er sich keine Sorgen machen muss. Besonders gilt das bei Begegnungsverkehr mit älteren Menschen, Joggern oder Passanten, die kleine Kinder dabei haben. Du weißt ja schließlich auch nie, wie ein Kleinkind auf Deinen Hund reagiert. Sicher bist Du, wenn es gar nicht zu einer direkten Begegnung kommt. Außerdem vermittelst Du den Entgegenkommenden ein gutes Gefühl, wenn sie sehen, dass Du Deinen Hund unter Kontrolle hast. In der Regel führt das zu einem freundlichen Kopfnicken oder Gruß. Manche Senioren, die Hunde toll finden, werden Dich vielleicht ansprechen und mit dem Elternteil mit Kleinkind kommst Du vielleicht auch ins Gespräch.

Da vorne kommt ein anderer Hund

Ganz kurz möchte ich noch auf das Thema Hundebegegnungen eingehen. Mit diesem Thema lassen sich Bücher füllen. Daher nur kurz und knapp folgender Tipp, der mir immer gut hilft: Achte auf den entgegenkommenden Hundehalter. Läuft sein Hund frei und er holt ihn zu sich, wenn er Dich erblickt: Tu dasselbe. Rufe Deinen Hund, leine ihn entweder an oder lass ihn bei Fuß laufen, wenn er das sicher kann. Lässt der entgegenkommende Hundehalter sein Tier weiter auf Dich zulaufen, reagiere je nachdem, was Dein Hund braucht. Freut er sich, andere Hunde zu treffen und kann solche Situationen souverän meistern? Dann brauchst du nicht einzuschreiten. Dennoch ist es besser, wenn Du dafür sorgst, dass Dein Hund nicht ebenfalls losstürmt, sondern zunächst bei Dir bleibt, denn auch hier weißt Du ja nie, wie das Gegenüber reagiert. Mag Dein Tier keine frontalen Begegnungen mit völlig fremden Hunden? Dann rufe dem anderen Hundehalter freundlich zu, dass er bitte seinen Hund zu sich rufen soll. Häufig wirst Du vermutlich die Antwort erhalten: „Der tut nichts!“ Bleib dann einfach freundlich und antworte: „Aber meiner.“ Zwei einfache Worte, die Du später, wenn beide Hunde an der Leine sind, natürlich noch erklären kannst. Meine kleine Hündin ist natürlich nicht die Bestie, als die ich sie in einem solchen Moment beschreibe, aber dadurch erreiche ich, dass mein Gegenüber reagiert und meinem Hund der Stress erspart wird. Dadurch ist sie mittlerweile auch viel gelassener  geworden und kann viel besser mit diesen Situationen umgehen.

Wer diese Regeln beherzigt, wird nicht selten andere Menschen überraschen, verbessert das Image der Hundehalter und damit auch der Hunde und wird sehr häufig ein verständnisvolles Lächeln erhalten statt missfallendes Stirnrunzeln. Ich zumindest habe mich noch nie lautstark mit anderen Menschen wegen des Hundes streiten müssen.

Wenn doch mal etwas schief geht, weil Dein Hund zum Beispiel bellt oder jemandem vor die Füße läuft, entschuldige Dich einfach aufrichtig. Sieh aber ebenfalls großzügig darüber hinweg, wenn einem anderen Hundehalter ein Missgeschick passiert. Bei uns haben sich auch schon Fahrradfahrer freundlich entschuldigt, wenn sie uns so überrumpelt haben, dass mein Hund und ich zusammengezuckt sind. Es sind nicht alle Menschen unhöflich und an einem weisen Sprichwort ist durchaus etwas dran: „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“

4 Gedanken zu “Stress und Streit aus dem Weg gehen: Sei ein vorbildlicher Hundehalter

  1. Das „Immer“ beim Bedetigen des Kots von meinem Hund (immer Tierschutzhund!) ist mir zu absolut.
    Ich wohne auf dem Land, es gibt viel Gebüsch, Wegränder, Waldwege usw.
    Da wo viele Menschen gehen, also im Dorf oder auf den Fuss-und Fahrradwegen, nehme ich den Kot mit oder werfe ihn (ohne die Tüte) ins Gebüsch, wenn ein Mülleimer weit weg ist.
    Schließlich stehen bei uns im Dorf oeffentliche Mülleimer nur im Park (dort auch die einzigen Dog-Stations).
    Inzwischen nehme ich den Kot auch an Weiderändern mit, um Vergiftungen von Weidetieren zu vermeiden. In diesem Punkt herrschte bei mir vorher Unwissen.
    Ich variiere also mein Verhalten in diesem Punkt je nach Umfeld.
    An meinem Leinengriff befindet sich ein kleiner Behälter f.d. Kotbeutel.

  2. So einfach wie hier geschildert verlaufen diese Situationen ja nicht. Kommt ein ungangeleinter Hund auf einen zugelaufen besteht selten die Einsicht ihn anzuleinen. Es kommen dumme kommentare wie : Was interessiertmich das, wenn Sie Ihren Hund nicht im Griff haben. Seltenst wird der Hund angeleint und es wird eine Beisserei in kauf genommen. Diese angeblichen Tutnixe vergällen mir dermassen die Hundehaltung,und er ist nicht mein erster Hund und ich bin im Tierschutz engagiert dass das wohl mein letzter Hund sein wird, ausser ich ziehe in die Einöde in den Wald oder in die Wüste.Die Rücksichtslosigkeit und Ignoranz nicht mancher sondern der meisten Hundehalter ist unbeschreiblich. Bin jetzt umgezogen und erlebe hier das gleiche wieder. Also- wohl kein Einzelfall, wie ich von andereen Hundehaltern, die auch einen „armen Hund, der nicht abgeleint wird“ haben. Zum Glück haben wir einen Garten und der Hund hat auch Freunde…

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