Wirklich „Ab zum Züchter“?! Tierheimtiere sind keine „Tiere zweiter Klasse“

Happy vet with dog and cat, focus intentionally left on smile of veterinary.Wer sich nach reichlicher Überlegung dafür entscheidet, ein Tier aufzunehmen, den sollte der erste Weg in ein Tierheim oder zu einer Tierschutzorganisation führen. Wer unabhängig von Besuchszeiten schnell und unkompliziert nach einem neuen tierischen Gefährten suchen will, ist stets im Online-Tierheim shelta willkommen, wo aktuell über 7.000 Tiere auf ein neues Zuhause warten.

Leider ist das Vorurteil, Tierheimtiere seien `Tiere zweiter Klasse´, in den Köpfen vieler Menschen fest verankert. Tierschutztiere sind aber keineswegs schlechter als andere Tiere. Sicherlich sind sie manchmal geprägt von ihrem Vorbesitzer, aber wichtig ist es, sich zu finden.

In den meisten Fällen verläuft eine Tieradoption problemlos. Hat sich der Wunsch, ein Tierschutztier aufzunehmen, gefestigt, solltest Du aber für alle Fälle einige Punkte im Hinblick auf die ersten gemeinsamen Momente beachten. Jedes Tier hat eine Chance auf ein liebevolles Zuhause verdient. Und wie die shelta-Schirmherrin Diana Eichhorn so schön sagt: „Es sind sehr dankbare Augen, die einen dann Tag für Tag anschauen.“

Der erste Kontakt zum Tierschutztier

Möchtest Du ein Tierschutztier bei Dir aufnehmen, solltest Du dir ausreichend Zeit nehmen. Mache dir bewusst, welche Eigenschaften der neue Mitbewohner mitbringen muss, um in Dein Leben zu passen – schließlich soll das Tier nicht wieder ins Tierheim müssen. Beim Tierheimbesuch solltest Du ganz in Ruhe vorgehen und nicht vorschnell urteilen. Besonders zu Besuchszeiten können Hunde schnell `außer Rand und Band´ geraten, viel bellen oder unsicher wirken. Katzen hingegen können sehr sensibel reagieren, sich zurückziehen und den Kontakt zu fremden Personen scheuen. Oft ändert sich dieses Verhalten, wenn man die Tiere näher kennenlernt. Generell ist Geduld gefragt.

Nimm Dir Zeit für Spaziergänge und Streicheleinheiten. Vielleicht erlauben die Tierheimmitarbeiter eine Annäherung mit Leckerlies. Gerade bei Hunden sollten alle Mitglieder der Familie (auch bereits vorhandene Hunde), mit denen das Tier Kontakt haben wird, einbezogen werden. Wichtig ist, dass ihr euch ganz langsam `beschnuppern´ und kennen lernen könnt.

Die Beratung ist besonders wichtig

Die Tierheimmitarbeiter kennen ihre Tiere natürlich am besten. Deshalb ist eine fachkundige und ausführliche Beratung durch den Tierpfleger besonders sinnvoll und wichtig. Da es auch im Interesse des Tierheims ist, dass das vermittelte Tier nicht wieder ins Tierheim zurückkommt, sind die Mitarbeiter bemüht, Dir so viele Informationen wir möglich mitzugeben. Solltest Du bemerken, dass auf bestimmte Fragen hin ausgewichen wird, solltest Du nachhaken – lieber einmal zu viel, als zu wenig gefragt.

Hat das Wunschtier einen Paten, der sich intensiv mit ihm beschäftigt und Gassi geht, kann es hilfreich sein, auch diesen zu befragen. Aber auch Du selbst solltest Fragen des Tierpflegers sachlich und der Wahrheit entsprechend beantworten, damit ein passendes Tier gefunden werden kann.

Abgabevertrag und Schutzgebühr

Um Tieren aus dem Tierschutz bestmögliche Voraussetzungen zu garantieren, werden sie nur mit Abgabevertrag vermittelt. In diesem verpflichtet sich der `Abnehmer´, gut für das Tier zu sorgen, es nicht weiterzugeben und – falls noch nicht geschehen – kastrieren zu lassen. Tierschutz heißt hier auch, dass sowohl vor als auch nach der Abgabe die Lebensumstände des Tierhalters überprüft werden können, um für das Tier die optimale Lebensumgebung zu sichern. Im Rahmen der Adoption hat sich im Tierschutz die Zahlung einer Schutzgebühr bewährt: Sie deckt einen Teil der entstandenen Kosten und stellt außerdem sicher, dass auch anderen Tieren in Not geholfen werden kann.

Generell gilt: Wenn Du dich aktiv am Tierschutz beteiligen willst, sag `NEIN´ zu günstig angebotenen Tieren von sogenannten Vermehrern (siehe hierzu den Artikel), Tieren aus Zoohandlungen sowie Tieren aus Bau- und Gartenmärkten.

Der Einzug ins neue Heim

Hast Du Dein Traumtier gefunden und habt ihr Euch lange genug beschnuppert, kannst Du jetzt beginnen, das zukünftige Domizil für Deinen Schützling herzurichten. Leg für Deinen neuen Freund einen festen Ruheplatz fest, der sich nicht ändert. Bei besonders sensiblen Tieren ist es ratsam, in der Eingewöhnungszeit, auf das Verrücken von Möbeln oder andere Veränderungen in den Räumlichkeiten zu verzichten, da das unnötige Angst schüren oder Orientierungsschwierigkeiten hervorrufen kann. Bestimme einen ruhigen Platz für die Futternäpfe und alle anderen notwendigen Utensilien für das Tier.

Geduld ist das A & O

Ein neues Zuhause und eine neue Familie können für den neuen Mitbewohner mit Stress verbunden sein, was sich auf den Charakter auswirken kann. Auch aufgrund von negativen Vorerfahrungen kann es bei Tieren aus dem Tierschutz unter Umständen zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Hier sind vor allem Geduld, Liebe und Zeit gefragt. Auch eine sachkundige Anleitung kann helfen.

Ernährung

Damit sich das Tier möglichst ohne Probleme in seine neue Umgebung eingewöhnen kann, solltest Du dich beim bisherigen Tierpfleger auch über die Ernährung erkundigen. Dabei geht es nicht nur um das Futter, sondern auch um die Fütterungszeiten. Einige Tiere neigen bei Nahrungsumstellung zu Durchfall und Erbrechen oder auch zu allergischen Reaktionen. Denk immer daran, dass Dein Schützling eventuell eine tragische Leidensgeschichte hinter sich hat und zu viel Stress oder zu viele Veränderungen sich negativ auf ihn auswirken könnten. Alle Änderungen zum bisherigen Alltag sollten behutsam erfolgen.

 

Ein Gedanke zu “Wirklich „Ab zum Züchter“?! Tierheimtiere sind keine „Tiere zweiter Klasse“

  1. Wir haben auch lange überlegt für was wir uns entscheiden Hybriden oder so genannten Designerhund …. ? Entschieden haben wir uns dann letztendlich für einen Mischling aus dem örtlichen Tierheim, es war liebe auf den ersten Blick. Und wir haben es bis jetzt nicht bereut !

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