„Hunde aus dem Ausland?“ – Ergebnis einer TASSO- Umfrage

Familie mit Hund aus TierheimImmer mehr Hunde aus dem Auslandstierschutz finden bei deutschen Tierhaltern ein neues Zuhause. Unter der Rubrik „Happy Endings“ auf unserer Seite, finden Sie dazu zahlreiche Erfahrungsberichte.

In einer Umfrage wollten wir wissen: Welche Erfahrungen haben Tierhalter mit Hunden aus dem Ausland gemacht? Rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmer berichten ausschließlich von positiven Erfahrungen:

Das Positive überwiegt
Von den 1.144 Umfrageteilnehmern haben 64 % grundsätzlich positive Erfahrungen mit Auslandshunden gemacht und würden sich wieder für einen solchen Hund entscheiden. Weitere 33 % haben ebenfalls positive Erfahrungswerte gesammelt, berichten gleichzeitig aber auch von Problemen, die über die Eingewöhnungszeit hinaus bestehen und ein kontinuierliches Training mit dem Hund erfordern. Weitere Probleme werden in der Zusammenarbeit mit den vermittelnden Organisationen angegeben. Nur 3 % können ausschließlich Negatives berichten. „Man holt sich ja eigentlich ein Überraschungsei ins Haus und man sollte vorher genau überlegen, ob man auch mit einem Hund klar kommt, der schon negative Erfahrungen gemacht hat und etwas schwieriger in der Erziehung ist“, bringt Hundehalterin Nancy Burkhard die Besonderheit von Hunden aus dem Ausland auf den Punkt.

Ausgeprägte Sozialverträglichkeit und hohe Sensibilität
Auslandshunde sind häufig von Beginn an sehr sozialverträglich mit Artgenossen und anderen Tieren, und zeugen von einer hohen Anpassungsfähigkeit. Zudem berichten viele Umfrageteilnehmer von einer äußerst ausgeprägten Sensibilität gegenüber Menschen, die Zuchthunde in dieser Form nicht immer aufweisen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickeln sich die meisten diese Tiere zu menschenbezogenen und gelehrigen Hunden, die sehr darum bemüht sind, alles richtig zu machen und täglich ihre große Dankbarkeit zeigen. „Zu sehen, wie die Hunde nach einiger Zeit aufleben, und dann auch am Leben teilnehmen, ist jedes Mal die Mühe wert“, schreibt Petra Kohl abschließend in ihrem Erfahrungsbericht bei der TASSO-Umfrage.

Unvorhersehbare Reaktionen – vor allem in der Anfangszeit
Einige Umfrageteilnehmer berichten häufig von Angst- und Panikattacken, die sich erst nach und nach herauskristallisierten. Viele Auslandshunde wurden misshandelt und werden ihre Ängste vor dunkel gekleideten Menschen, Besen oder anderen negativen Einflüssen aus ihrer Vergangenheit nur schwer wieder los. Gerade bei ehemaligen Straßenhunden müssen die neuen Besitzer mit einem ausgeprägten Freiheitsdrang rechnen. Neben Rastlosigkeit und Schwierigkeiten beim Alleinbleiben können in Einzelfällen auch Stubenunreinheit und Aggressionen auftreten. Manche Teilnehmer berichten auch von mangelnden und sogar falschen Auskünften durch die vermittelnden Organisationen, vor allem in Bezug auf den Gesundheitszustand des Tieres, was oftmals zu sehr hohen Tierarztkosten führte, mit denen der neue Besitzer im Vorhinein nicht gerechnet hat. Deshalb ist zu empfehlen, sich vorab über die Seriosität des Vereines zu informieren und direkt nach der Vermittlung das Tier beim Tierarzt des Vertrauens gründlich untersuchen zu lassen.

Kontinuität und Geduld für die Vertrauensbildung – Tipps von Tierhalten für Tierhalter
Viele Umfrageteilnehmer haben in Ihren Erfahrungsberichten Tipps angegeben, die ihnen im Umgang mit ihren Tieren besonders geholfen haben. Um den Hunden das Eingewöhnen zu erleichtern, ist vor allem ein geregelter Tagesablauf wichtig. Zudem sollten die Hunde nicht überfordert, sondern mit viel Geduld behutsam an ihr neues Leben herangeführt werden. Nach einer unbestimmten Zeit, die das Tier selbst festlegt, kann auch zwischen einem traumatisierten Hund und seinen Menschen eine vertrauensvolle Bindung entstehen. Als besonders wichtig wird trotz aller Vorsicht eine souveräne Führung erachtet. Diese kann mit dem Besuch! einer Hundeschule oder Einzeltrainings bei einem Hundetrainer oder Hundepsychologen unterstützt werden. Allerdings ist zu bedenken, dass sich nicht jedes Problem-Verhalten wegtrainieren lässt, sondern die Halter lernen müssen, im Alltag damit umzugehen. „Die Ängste der Hunde sind teilweise sehr tief verankert und trotzdem bauen diese Hunde – behandelt mit sehr viel Liebe und Geduld – wieder so viel Vertrauen auf, dass sich ein Mensch das gar nicht vorstellen kann. Sie geben so viel und wollen so wenig“, beschreibt Hundehalterin Andrea Hensel ihre Erfahrung mit Hunden aus dem Auslandstierschutz.

Leben retten und einen tierischen Freund gewinnen
Dr. Claudia Ludwig, Journalistin, Autorin und Moderatorin hat schon einige Auslandshunde vor dem sicheren Tod bewahrt und ihnen ein liebevolles Zuhause gegeben. „Schon während meiner ersten Urlaubsreisen nach Griechenland, Spanien, Portugal oder in die Türkei sind mir die vielen hungrigen Streuner und Strandhunde aufgefallen, die Kontakt zu Menschen suchten und ganz offensichtlich kein Zuhause hatten. Ihnen gehörte sofort meine ganze Sympathie und Aufmerksamkeit“, beschreibt Dr. Claudia Ludwig ihre besondere Beziehung zu Hunden aus dem Auslandstierschutz. Über ihre Maremmano-Hündin aus Sardinien, die seit drei Monaten bei ihr lebt, sagt sie: „So viel Souveränität, Gelassenheit, aber auch Neugierde und liebevolles Interesse an ihrer neuen Familie ist geradezu unglaublich.“ Ihre Familie und sie würden sich immer wieder für einen Schützling aus dem Süden entscheiden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man herrenlosen Tieren aus Süd- und Osteuropa sowie der Türkei dadurch das Leben rette bzw. dazu beitrage, dass andere gerettet werden können.

250 Erfahrungsberichte aus der Umfrage finden Sie hier.

9 Gedanken zu “„Hunde aus dem Ausland?“ – Ergebnis einer TASSO- Umfrage

  1. Da meine Terrier-Mischlingshündin Anfang Juni verstorbenen ist suchte ich auf shelta nach einer ähnlichen Fellnase weil die Schwester meiner Yuma wahnsinnig traurig war. Ich fand schließlich Juno in Spanien. Hätte gern alles getan um diese samtnasen zu bekommen! Denn genauso wie auf dem Foto lag auch meine Yuma immer da. Ich war schockverliebt. Also schrieb ich eine Bewerbung. Und noch eine, und noch eine weil ich sicher war, dass die süße Maus schon weg ist. Leider bekam ich keine Antwort. Anscheinend wollen die sogenannten Tierschützer in Spanien die Hund gar nicht abgeben. Dabei hätte Juno bei uns ein tolles Zuhause! Ich bin wahnsinnig traurig.

  2. Wir haben uns im Sommer 2015 einen Pdengo aus dem Tierheim geholt. Der Hund kam aus Spanien und muss wahrscheinlich in eine Mülltonne geworfen worden sein. Seine Angst vor Tonnen und großen LKW ist unbeschreiblich. Auf ihn treffen alle Eigenschaften eines Straßenhundes zu und es war am Anfang schwer einen nicht sozialisierten ungeprägten Hund richtig zu begegnen. Wir haben uns auf seine Besonderheiten eingestellt und sind ganz langsam und behutsam vorgegangen. Mit der Zeit hat er und wir uns, im gegenseitigen Umgang, gewandelt. Er ist der Sonnenschein selbst und ich möchte keinen anderen mehr haben. Im Auslauf verhält er sich rassetypisch und in der Wohnung ist er kaum zu spüren. Wir und er suchen die gegenseitige Nähe und respektieren uns.
    Es war ein geglücktes Experiment und ist nun für beide eine lebenslange Freundschaft. TripleS „Sch… spanischer Straßenköter“ ist auf dem Weg zum „schönen stolzen Spanier“. Ohne Diego geht bei uns nichts mehr. Die Mühe lohnt sich! Ich kann jeden nur empfehlen sich auf einen solchen Hund einzulassen, denn sie geben am Ende so viel zurück, mehr als man selbst geben kann. Wagt es!

  3. Ich ziehe den Hut vor allen die den gebeutelten Seelen ein neues Zuhause geben und habe großen Respekt vor euerer Arbeit macht weiter so

  4. Über canifair.de habe ich vor 3 Jahren meinen 1. Hund bekommen, geschätzte 2 Jahre alt. Inzwischen habe ich ebenfalls von canifair noch einen ca. 7-Monate alten Welpen als Pflegehund dazu genommen. Die beiden „Ungarinnen“ sind eine echte Bereicherung mit ihrem absoluten Vertrauen und ihrer fröhlichen Art.

    Mit meinem 1. Hund habe ich mir 4 Stunden privates Hundetraining gegönnt, der 2. guckt sich jetzt alles vom 1. ab, ist sehr gelehrig und hört super. Die Hunde waren von canifair gut und zutreffend beschrieben, so dass ich absolut empfehlen kann, einer ungarischen Fellnase über canifair ein neues Zuhause zu geben.

  5. Wir haben unseren „Mino“ aus einer Tierauffangstation. Ursprünglich kommt er aus der Slowakei. Er wurde uns als Anfängerhund beschrieben und ich habe mich überfahren lassen, als die Tierschützerin ihn uns nach einem Spaziergang sofort mitnehmen ließ. Nach 3 Wochen haben wir uns einen Hundetrainer gesucht der mit uns allen bei uns zu Hause an unserem und Minos Verhalten arbeitete. Rückblickend möchten wir ihn keinesfalls mehr missen, jedoch sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man ausreichend Zeit und Mittel hat um einen Hund und sich selber zu erziehen. Mino hat unser Leben bereichert und ich würde es mir heute tatsächlich zutrauen wieder einen Hund aus dem Ausland in unsere Familie zu integrieren.

  6. ich hab einen serbischen Hund aus der Tötung, der Anfang war sehr schwierig, sie hatte enorme Panikattacken und war überaus ägngstlich, jetzt hab ich sie 4 Jahre, und ich kann sagen, daß sie ein liebevoller und treuer Hund ist, die immer versucht mir alles recht zumachen. Ich würde wieder so einen Hund aufnehmen, sicher weiß man nicht, was man bekommt, aber die Dankbarkeit und die Liebe die diese Hunde geben, bekommt man nicht sogleich wieder

  7. Ich habe 2 Hunde aus der spanischen Tötung, einfach genial die Beiden. Es sind 2 Hündinnen, ziemlich klein, aber oho und lieb und aufmerksam und keine Kläffer. Ich würde nur noch Tierschutzhunde nehmen, habe jetzt gerade noch eine kleine Hündin zu mir genommen, wäre sonst auch im Tierheim gelandet, ist 4 Jahre und ich bin der 6 Bestitzer, ein toller Hund, aber manchmal nutzt es den Tieren auch nichts.

  8. wir haben eine hündin aus ungarn sie wurde übelst mishandelt sie ist fast taub und blind aber so ein liebes tier ein engel für uns treu und ein beschützer sie ist dankbar würde es immer wider machen da im ausland die tiere es net so gut haben wie hier in deutschen tierheime die haben teilweise vorstellungen das man denken tut gehts denne wirklich um den hund oder nur um das geld das ist meine erfahrung lg monja

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