Notfalltier-Katzen Micky und Sid sind Zuhause angekommen

Katzen Sid und Micky sitzen auf dem Arbeitstisch_Christina Moll

Die beiden Kater Micky und Sid sind in ihrem neuen Zuhause endlich angekommen. © Christina Moll

Das ist die Geschichte von den beiden scheuen Katzenbrüdern Micky und Sid. Ihre Halter Christina und Peter M. möchten anderen Mut machen, auch scheue Tiere aufzunehmen und haben uns ihre Notfalltier-Geschichte aus der Sicht ihrer beiden Stubentiger erzählt.

Hallo, wir sind Micky und Sid. Vor einem Jahr und fünf Monaten haben uns zwei Menschen aus den Pflegestellen zu sich nach Hause geholt. Durch die ganze Aufregung und den ganzen Stress, war unser Platz am Anfang unter dem Sofa, wir zwei aneinander gekuschelt. Da war jetzt eine neue Umgebung mit anderen Geräuschen, aber es war alles da, was wir brauchten.

Wir hatten mit unseren Menschen ein paar Startschwierigkeiten, dennoch waren die beiden sehr geduldig und haben uns machen lassen. Nach einem Monat lagen wir schon offensichtlich im Raum, auf dem Kratzbaum und auf dem Fensterbrett. Wir sind auch nicht gleich wieder verschwunden, wenn die beiden Menschen umherliefen, aber bei lauten Geräuschen waren wir wieder unterm Sofa. Das Tolle war, wir durften im Keller und in der Wohnung jeden Raum erkunden. Ein Zimmer war das Büro vom Dosenöffner, der tagsüber auch öfter da drin saß und telefoniert hat. Super, denn so haben wir Vertrauen zu ihm aufgebaut. Dennoch war es Sid nicht genug, er markierte und da haben die zwei Menschen einfach mal die Terrasse für uns eingezäunt. Und ab da war alles perfekt. Wir konnten uns drinnen und draußen aufhalten.

Micky schlief da schon im Bett bei unseren Menschen und ließ sich streicheln. Das ging bei mir Sid noch nicht. Aber Spielen war wichtig, zum Beispiel mit der Reizangel im Wohnzimmer und dann ließ ich mich irgendwann auch mal streicheln – ganz kurz. Die Dosenöffnerin hat mich immer wieder mit der Spielangel berührt, so hab ich mich daran gewöhnt, dass es nichts Schlimmes ist.

Der nächste Schritt war riesig und ein großes Vertrauen der Menschen in uns. Wir durften raus, da war die Terrasse auf der einen Seite offen. Neugierig und vorsichtig haben wir den Garten erkundet, nur abends war die Terrasse dann wieder zu, das war aber in Ordnung. So war es dann auch Sommer und wir haben rausgefunden, dass wenn niemand die Terrasse aufmacht, probieren wir es am Fenster. Hat geklappt, somit hatten wir unsere Menschen schnell im Griff.

Auch Sid hat sich bei mir Micky abgeschaut, dass das Streicheln echt toll ist. Wir bekamen jeder auf dem Sofa eine Decke auf die wir uns hinlegen konnten. Nun sind schon fünf Monate vergangen und wir fühlen uns wohl – zu Hause. Es könnte nicht besser sein. Wir sind endlich angekommen.

Kater Sid und Micky entspannen sich im Schlafzimmer

Doch dann war Micky für zwei Tage verschwunden und alle haben sich Sorgen gemacht. Zum Glück kam er wieder heim. Das hat alle sehr gefreut. Herbst und Winter waren super und wir hatten so großes Vertrauen in unsere Menschen, dass sie nun auch unsere Bäuche streicheln dürfen.

Aber dann kamen immer neue Sachen ins Haus: Eine Schale, die echt bequem zum Schlafen ist und bei der Dosenöffnerin wuchs der Bauch und sie roch anders. Egal, wir sind keine gestressten Kater mehr. Das Büro wurde in den Keller verlegt, eine Umstellung für uns, sind wir doch immer dort durchs Fenster rein und raus. Und dann saß der Dosenöffner da nicht mehr, wir haben aber schnell bemerkt an welches Fenster wir jetzt mussten. An das neue Büro haben wir uns schnell gewöhnt, wir haben dort ja auch Schlafplätze bekommen und leisten ihm gerne mal Gesellschaft, auch auf den Geschäftsunterlagen. Dann auf einmal war auch unser Frauchen den ganzen Tag daheim. Mega, den ganzen Tag rein und raus, streicheln lassen und spielen. Und dann ging Sid auf einmal von allein zu den beiden Menschen und forderte Streicheleinheiten ein.

Plötzlich war unser Frauchen auch ein paar Tage weg, und als sie wieder kam, hatte sie ein kleines Bündel dabei. Ok, am Anfang hatten wir Schwierigkeiten, uns daran zu gewöhnen. Aber da kommen so viele tolle Sachen in die Wohnung, auf denen wir schlafen können. Das uns der neue Mitbewohner nach fünf Monaten auch nicht mehr stört. Micky weicht ihm aus und ich Sid bleib aber liegen, außer, dieser kleine Mensch wird zu grob, wenn er mich greift, dann halte ich Abstand. Nach fast 1 1/2 Jahren sind wir nun vollständig angekommen und genießen es, ein Teil dieser Familie zu sein. Eure Katzenbrüder, Micky (schwarz/weiß) und Sid (weiß/mit grau getigerten Flecken)

Kater Micky liegt auf Krabbeldecke

Wir möchten anderen einfach sagen, die scheuen und gestressten Tiere mit Geduld zu betrachten und ihnen so helfen, das Vertrauen aufzubauen was sie brauchen. Gebt Ihnen Zeit und lasst sie kommen, dann werden aus den scheuen Tieren, die tollsten Familienmitglieder. Wir sind heute noch begeistert, was für einen riesen Sprung die beiden gemacht haben. Nur Besuch mögen sie noch nicht so arg. Gebt ihnen Raum sich zurückzuziehen. Wir sind froh über jeden Tag. Und auch wenn Sid noch immer nicht auf dem Arm genommen werden möchte, ist er sehr verschmust und kommt von selbst, um Streicheleinheiten einzufordern. Mit unserem Sohn haben die beiden kein „Problem“ mehr, ganz im Gegenteil: Wenn er nicht auf seiner Krabbeldecke liegt oder im Bett, schläft eben ein Kater drin. Nur Mut, denn mit Ruhe und Geduld bekommen sie tolle Tiere.

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