Schnauzensicht: Ein Baby zieht ein

Hund Dotty mit Baby am Wasser.

Hola Leute,

wow, da hab ich jetzt aber richtig lange nichts mehr von mir hören lassen. Aber hier ist auch was Großes passiert. Oder eher Kleines. Hier ist nämlich ein kleiner fellloser Wurm eingezogen. Also, kein richtiger Wurm, es soll wohl eher ein kleiner Mensch sein. Zumindest denke ich, nach etwas mehr als einem Jahr Betrachtung, dass das mal aus diesem hilflosen und lauten Wesen werden soll.

Meine Menschen haben mich vorher natürlich nicht gefragt, was ich davon halte. Und ganz ehrlich – ich hätte vermutlich gesagt, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Aber ich glaube, so sind wir Hunde eben, weshalb die Menschen uns wohl auch nicht fragen. Zum Glück haben wir Vierbeiner aber auch die Fähigkeit, aus jeder Situation das Beste zu machen und uns veränderten Umständen anzupassen.

Trotzdem war es erstmal komisch. Da war ich ein paar Tage bei meiner liebsten Freundin Frieda und als ich wieder heimkam, war Lisa nicht da. Sowas aber auch. Sie kam erst am nächsten Tag. Natürlich hab ich mich riesig gefreut und das kleine Bündel erstmal gar nicht wahrgenommen. Irgendwann hab ich dann mal kurz geschnuppert, mich dann aber wieder meiner Wiedersehensfreude zugewandt. Aber dann machte das Bündel Geräusche – huch, da hab ich mich aber etwas erschreckt. Die ersten Stunden war ich sehr irritiert. Das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, mich an Lisa anzukuscheln, nur die Sofadecke, unter der ich mich sonst gerne verkrieche, durfte nicht über meinem Kopf sein, denn ich wollte wachsam sein. Denn – ja, da war dieses kleine Bündel Mensch, aber eine andere Sache hat mich mehr irritiert: Lisa roch so falsch. Sie sagt, das sei der Krankenhausgeruch. Das mochte ich gar nicht und deswegen habe ich ihr über die Hände geschleckt, um das zu ändern. Ihr müsst wissen, ich bin eigentlich keiner dieser Hunde, der Menschen anschleckt, aber dieser falsche Geruch ging wirklich gar nicht.

Das Kleine hat dann in der Nacht noch mal ein paar für mich neue Geräusche von sich gegeben, aber am nächsten Morgen hab ich beschlossen, dass wohl alles in Ordnung ist und die Welt für wieder in Lot erklärt. War auch ziemlich cool, dass Lisa so viel auf dem Sofa war und ich mich ganz viel ankuscheln konnte. Dass mich dabei manchmal kleine Babyfüßchen massiert haben, fand ich auch gar nicht so schlecht.

Das kleine Bündel Mensch ist mittlerweile gar kein so kleines Bündel mehr, sondern ein richtiges Kind. Ich muss sagen, in ganz klein war es praktischer. Aber ihr wisst ja: Mich fragt keiner. Ich komme mit der Veränderung aber ganz gut klar, das Kind gehört nun dazu. Aber ich möchte mich trotzdem nicht so gerne anfassen lassen und mag es nicht, wenn es auf mich zu stürmt. Ich glaub allerdings, das Kind ist ziemlich in mich verliebt, denn es sagt ständig meinen Namen. Das beruht natürlich nicht auf Gegenseitigkeit. Vielleicht irgendwann, wenn es gelernt hat, mich stundenlang an den richtigen Stellen zu kraulen, aber bis dahin hab ich lieber meine Ruhe. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht ängstlich oder böse, sondern ganz entspannt und gehe einfach weg, wenn ich keinen Kontakt will. Zum Glück hat das Kind auch schon gelernt, dass es nicht einfach auf mich zu laufen und mich anfassen darf. Ich bin also optimistisch, dass ich mein entspanntes Leben ungehindert fortsetzen kann. Mittlerweile freue ich mich irgendwie ganz automatisch auch über die Rückkehr des kleinen Zweibeiners, wenn meine Menschen mich alleine zu Hause gelassen hatten und begrüße alle freudig. In meinen Genen steckt wohl doch ein echtes Rudeltier.

Und mal unter uns – ein paar Vorteile hat die Entwicklung für mich: Dieses kleine Bündel Menschen hat nämlich überhaupt keine Ahnung, wie man effizient futtert und dass man weder krümelt noch Reste übrig lässt. Und so darf ich mehrmals täglich nach den Mahlzeiten meinem neuen Hobby nachgehen und Saugroboter unterm Kinderstuhl spielen. Wusstet ihr, wie lecker Brokkoli ist?

Probiert’s mal aus!

Bis bald, eure Dotty.

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