Kleintierhaltung – zwischen Liebhaben und Verantwortung

Happy vet with dog and cat, focus intentionally left on smile of veterinary.Sie sind süß, klein und haben weiches Fell. Irgendwann im Leben wird jeder einmal mit dem plötzlichen Wunsch nach einem Kleintier konfrontiert sei es nun der eigene oder der des Kindes. Wichtig ist jedoch, dass ein Kleintier in der Wohnung nicht nur unter dem Gesichtspunkt „pflegeleicht“ angesehen werden sollte, denn die Liste der Aufgaben ist nicht zu unterschätzen. So sollte man sich vor der Anschaffung eines Kleintieres einige Fragen stellen, um die persönliche Eignung zu überprüfen.

Allergisch?

Bevor das neue Haustier einzieht, sollte unbedingt über einen Allergietest nachgedacht werden. Gerade gegen Nagerhaare sind viele Menschen unwissentlich allergisch und merken dies erst, wenn der neue Mitbewohner mit Sack und Pack eingezogen ist. Tränen dann die Augen und läuft die Nase, ist ärztlicher Rat unvermeidbar.

Enttäuschungen vorbeugen

Das wahrscheinlich gängigste Vorurteil in Sachen Kleintier muss wohl der Hamster ausbaden. Oft als anspruchsloses `Einstiegstier´ empfohlen, wird er so manches Mal zum Kuscheln aus dem Tiefschlaf gerissen: Dabei handelt sich beim Hamster um ein nachtaktives Tier, von dem der Halter am Tag in der Regel nur wenig hat. Enttäuschte Kinderaugen vor einem dunklen Häuschen, in dem sich der Hamster gerade träumend zusammenrollt, sind deshalb möglich, wenn das Kind hierüber nicht vorher aufgeklärt wurde. Deshalb muss vor jeder Entscheidung, ein Tier aufzunehmen, eine Recherche erfolgen, welche Lebensbedingungen das Wunschtier benötigt und ob man selbst diese Lebensbedingungen garantieren kann.

Die richtige Umgebung

Ob nun Hamster, Kaninchen oder Meerschweinchen: Ein Käfig darf niemals zu klein sein. Klettermöglichkeiten, Verstecke und natürlich auch das Futter müssen in einem solchen Käfig Platz finden, ohne dass sich die Tiere eingeengt fühlen. Beachtet werden muss unbedingt, dass Meerschweinchen und Co. nicht gerne allein leben. So sollte entsprechend viel Futter, Einstreu und natürlich auch Zeit eingeplant werden – außerdem auch entsprechend viel Schmutz, denn das Einstreu staubt. Unbedingt notwendig ist der tägliche Freigang, je mehr desto besser. Hier müssen Stromkabel, giftige Pflanzen und Stolperfallen jeglicher Art aus dem Weg geschafft werden. Man muss auch darauf gefasst sein, dass Kleintiere beim Freilauf nicht unbedingt den Käfig aufsuchen, wenn die Blase drückt.

Faktor Arbeit

Wer seinem Kind den Traum eines Kleintieres erfüllen möchte, sollte sich nicht auf das Verantwortungsbewusstsein des Kindes stützen. Die Arbeit, die bei der Pflege der Tiere anfällt, übersteigt die groben Schätzungen vieler Laien nämlich deutlich. So muss nicht nur der Käfig regelmäßig gereinigt werden, denn auch alle Utensilien vom Trinknapf über das Häuschen bis hin zu Laufrad, Schaukel und Spielzeug müssen sauber sein. Doch hiermit nicht genug, denn auch Nagetiere wollen mental gefordert werden. Wer glaubt, dass sich beispielsweise Ratten ausschließlich mit Streicheleinheiten zufrieden geben, liegt falsch.

Kleine Aufgaben und aktives Spiel sollten stets Bestandteil der Fürsorge sein, die dem Nager entgegengebracht wird – und das täglich und über einen langen Zeitraum hinweg: Meerschweinchen werden zum Beispiel in der Regel bis zu acht Jahre alt. Jeder künftige Tierhalter sollte sich im Klaren darüber sein, dass diese ganze Zeit eine Zeit der Verantwortung ist. Urlaube, Krankheiten und beruflich anstrengende Phasen bilden hiervon keine Ausnahme.

Entscheiden mit Bedacht ist das A und O

Sind alle relevanten Fragen geklärt und bleibt der Entschluss, Meerli und Co. ein Zuhause zu geben, spricht nichts dagegen, lange Freude mit den spielfreudigen und wirklich niedlichen Tieren zu haben.

2 Gedanken zu “Kleintierhaltung – zwischen Liebhaben und Verantwortung

  1. Das mit den Allergien kann ich bestätigen. Ein Allergietest ist ein Muss, man kann aber auch einen fFreund besuchen der Kaninchen hat. Ich dachte damals meine Allergie wäre besser (laut Tests).. Bei den meisten Tieren war es auch so, aber als sich meine Freundin ein Kaninchen angeschafft hat kommte ich nicht mehr bei ihr übernachten. Ging total auf die Lunge (Asthma) und hatte allergische Reaktionen. Also: Bevor mein sich ein Schlappohr holt erst sicher sein dass man keine Probleme bekommt 🙂

  2. Ihr habt vergessen zu erwähnen, dass es sich bei Meerschweinchen um Tiere handelt, die keinen Körperkontakt möchten und bei Kaninchen um Fluchttiere, von denen die meisten auch nicht am schmusen interessiert sind. Hamster möchten ebenfalls nicht angefasst werden und dies gilt auch für die meisten Mäusearten. Lediglich Ratten können sich zu richtigen Schmusern entwickeln.
    Da insbesondere sehr junge Kinder Tiere streicheln wollen und auf dem Arm herumtragen, darf die Eignung von Nagern und Hasenartigen als Haustiere für Kindern also generell mit Vorsicht betrachtet werden.

    Außerdem sollte dringend erwähnt werden, dass für alle diese Tiere gilt: Die in Zoofachgeschäften erhältlichen Käfige sind viel zu klein und ungeeignet! Kaninchen brauchen z.B. pro Tier min. 2m² auf einer Ebene. Da sie nicht allein gehalten werden dürfen, muss ein Gehege min. 4 m² Fläche für zwei Kaninchen haben und selbst dass ist nach meiner persönlichen Erfahrung noch zu wenig! Für zwei Meeris braucht es min. 3 m² auf einer Ebene und dazu eine zweite Ebene. Für Ratten kann man einen ganzen Kleiderschrank umbauen!
    Zu bedenken ist ebenfalls, dass zumindest die Wiese-Esser, also Nickel und Meeris gesundheitlich wesentlich empfindlicher sind als unsere robusten Katzen und Hunde. Ihre Ernährung, wenn sie artnah und gesund erfolgen soll, ist mit einem viel größeren zeitlichen Aufwand (Wiese pflücken; jeden Tag!) verbunden, als der Einkauf von Dosenfutter für Hunde und Katzen.

    Das sind alles Punkte, die vor der Anschaffung eines Hasenartigen oder Kleinnagers unbedingt berücksichtigt werden müssen!

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