Wenn Haustiere trauern

Trauer bei Haustieren-Hund schaut aus dem Fenster

Auch Haustiere trauern um Menschen und Artgenossen. Foto: Amit Karkare/Pixabay

Viele kennen die Geschichten und Videos aus den Medien, in denen Haustiere intensiv trauern. Zum Beispiel ein weinender Hund, der auf dem Grab seines Menschen liegt, Vierbeiner, die tage-, wochen- und sogar jahrelang immer an denselben Ort gehen oder dort verharren, wo sie ihren Menschen zuletzt gesehen haben und Hunde oder Katzen, die nicht von der Seite ihres verstorbenen tierischen Freundes weichen.

Doch können Haustiere wie Hund und Katze wirklich trauern oder interpretieren wir einfach zu viele menschliche Verhaltensweisen in unsere Haustiere?

Haustiere können trauern, aber…

Es ist ein viel diskutiertes Thema. Denn einerseits warnen Verhaltensforscher davor, menschliches und tierisches Verhalten zu sehr zu vergleichen. Auf der anderen Seite aber zeigen Beobachtungen von (Haus-)Tieren, dass sie eben wohl um verstorbene Artgenossen und ihre Menschen trauern. Man kann diese Frage also erst einmal mit einem „Ja“ beantworten.

Tiere sind mitfühlende und sensible Lebewesen, die ebenfalls verschiedene Emotionen wie Angst, Wut und eben auch Trauer empfinden können. Doch sie trauern nicht aus Mitgefühl für den Verstorbenen, sondern darum, dass ihr vertrauter (tierischer) Partner fehlt, nicht mehr an ihrer Seite ist und sie keine Zuwendung und Unterstützung von ihm bekommen.

Wie äußert sich Trauer bei Haustieren?

Jedes Tier trauert anders, wie wir Menschen auch. Mögliche Traueranzeichen können zum Beispiel sein:

  • das Tier verweigert Essen
  • ist ruhelos
  • zieht sich zurück
  • zeigt weniger Spieltrieb
  • sucht vermehrt nach menschlicher Nähe
  • das Tier zeigt verändertes Verhalten

Oft reagieren Tiere beim Verlust eines Menschen sogar intensiver als beim Verlust eines Artgenossen. Denn dadurch fehlt nicht nur der vertraute Partner, sondern meist verändern sich auch Abläufe oder sogar die Umgebung.

 

Wie kann ich meinem trauernden Tier helfen?

Stirbt ein tierischer Kumpel, so sollte es die Möglichkeit geben, dass Euer Liebling seinen toten Spielgefährten beschnuppern darf. Denn Tiere merken, wenn andere Tiere tot sind.

Stirbt der Halter, können vertraute Gegenstände oder Kleidungsstücke dabei helfen, dass das Tier sich von seinem Menschen langsam verabschiedet beziehungsweise sich entwöhnt.

Wenn das Tier nach Nähe sucht, sollte man dem Hund oder der Katze diese auch geben. Mit Streicheleinheiten oder auch beispielsweise Bürsten, kann der tierische Freund wieder Vertrauen zum (neuen) Menschen aufbauen und die Bindung wird dadurch gestärkt. Wichtig dabei ist, dass der Vierbeiner zu dieser Nähe nicht gedrängt wird. Denn zieht sich Hund oder Katze zurück, sollte man ihm seine Ruhe lassen.

Es gibt auch Tiere, die zum Beispiel täglich an der Tür auf ihren Spielkameraden warten. Dieses sogenannte „Trauerritual“ sollte man dem Tier lassen. Nach einiger Zeit vergeht dieses Verhalten in der Regel. Wenn der tierische Liebling es zulässt, kann man ihn mit Spielen ablenken.

Außerdem ist es wichtig, dass weiterhin die Routine, die das Tier bereits kennt, beibehalten wird, zum Beispiel die gewohnten Ess- und Gassigehzeiten. Das hilft unter anderem, den Stress des Tieres zu senken und ihm Sicherheit zu vermitteln.

Wie lange trauern Haustiere eigentlich?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Es heißt, dass so eine Trauerphase bis zu einem Jahr dauern kann und Hunde länger trauern als Katzen. Doch auch das ist von Tier zu Tier unterschiedlich.

Daher sollte man seinem Haustier die Zeit zum Trauern lassen und für seinen Liebling da sein. Entschließt Ihr Euch dazu, dass wieder ein weiteres Tier einziehen wird, dann sollte genügend Zeit vergehen. Denn sonst besteht die Gefahr, dass der neue Kumpel nicht angenommen und als Feind angesehen wird.

Was passiert mit dem Tier, wenn dem Halter etwas zustößt?

Auch wenn es ein unschönes Thema ist, sollte diese Frage idealerweise frühzeitig geklärt werden, bevor ein Haustier einzieht. Wer passt auf das Tier bei Krankheit auf, wer kann sich in der Urlaubszeit kümmern und wohin kommt der tierische Liebling, falls etwas Ernstes zustoßen sollte. Es ist natürlich für jedes Tier wünschenswert, dass es zu lieben Menschen kommt, die ihm vielleicht bereits schon vertraut sind.

2 Gedanken zu “Wenn Haustiere trauern

  1. Meine Hunde trauern seit 6 Monaten, da ihr Herrchen, mein Lieber Mann verstorben ist. Unser Mischling läuft seitdem immer hinter mit her und muss wissen wo ich bin. Unser Neufundländer wollte ein paar Wochen nichts mit mir zu tun haben – bis auf fressen. Sie hat sich aber wieder gefangen. Natürlich spüren sie auch meine Trauer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.